Diabeteszentrum Heidelberg e.V.
am St. Josefskrankenhaus
Landhausstraße 25
69115 Heidelberg


Standort: Home Arzt-Informationen
abstandhalter

Arzt-Informationen
Redaktion: Prof. C. Hasslacher

39th Annual Meeting of the American Society of Nephrology
14.-19. November 2006 San Diego, CA, USA


Einleitung

Das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) ist eine Erkrankung, die unbehandelt zu akutem Nierenversagen, chronischer Dialysepflichtigkeit oder Tod führt. Eine frühzeitige Diagnosestellung ist von herausragender Bedeutung, da die Erkrankung in der Regel gut behandel- und beherrschbar ist. Die klassische Beschreibung erfolgte 1955 von Gasser und Mitarbeitern anhand von 5 erkrankten Kindern [28].

Das hämolytisch-urämische Syndrom wird von den Zeichen der Veränderungen des Blutbildes und der Mikrozirkulation der Nieren dominiert. Es bestehen Gemeinsamkeiten zur thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura (TTP), deren Erstbeschreiber Moschcowitz war [51] und die sich vorwiegend durch Symptome des Zentralnervensystems manifestiert.

Epidemiologie

Epidemiologische Erhebungen in den U SA ergaben für das HUS und die TTP im Erwachsenenalter eine Inzidenz von 4-11Fällen pro1Million Einwohner. Frauen erkrankten in dieser Studie häufiger als Männer, und Schwarze häufiger als Nichtschwarze [69].

Histologie

Der dominierende Befund bei HUS und TTP ist die thrombotische Mikroangiopathie. Hierbei finden sich Endothelschäden, glomeruläre Mikrothromben, Nekrosen und Leukozyteninfiltrate [40]. In den Nieren sind Glomeruli und Arteriolen betroffen. Subendotheliale Schwellungen entstehen durch Fibrinablagerungen. Diese Veränderungen sind typisch für das HUS, werden jedoch auch bei Eklampsie, dem Antiphospholipidsyndrom, Sklerodermie, maligner Nephrosklerose und chronischer Transplantatabstoßung sowie selten auch bei Calcineurininhibitortoxizität beobachtet.

Klinische Definitionen

Die Definition und Klassifikation berücksichtigt klinische, laborchemische und histologische Befunde. Die Diagnose ist bisweilen erschwert, weil weder beim HUS noch bei der TTP immer alle Charakteristika vorliegen.

Klinische Kardinalbefunde und Symptome sind (Speziallabor ausgenommen):

  1. Thrombozytopenie
  2. Nichtimmunogene hämolytische Anämie
  3. Neurologische Veränderungen
  4. Akutes Nierenversagen
Eine scharfe Trennung von HUS und TTP ist bis heute problematisch, und manche Autoren benutzen die Mischbezeichnung HUSTTP [73]. Obwohl die Erkrankungen meist als akute Ereignisse aufgefaßt werden, haben viele Patienten seit einigen Wochen schon entsprechende Symptome.

Bei Dominanz neurologischer Symptome findet der Terminus thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) Anwendung. Bei der TTP kann oft eine starke Aktivitätsminderung der Metalloproteinase ADAMTS13 nachgewiesen werden, und dies wird zunehmend als führender und charakteristischer Befund bei der TTP genannt. ADAMTS13 steht für A Disintegrin-like And Metalloproteinase with ThromboSpondin type1 repeats. Die TTP kommt angeboren bei Mutationen des ADAMTS13-Gens oder erworben bei Antikörperbildung gegen ADAMTS13 vor. Führend sind neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Benommenheit, epileptische Anfälle oder Koma, seltener fluktuierende fokale Defizite [73]. Aus nephrologischer Sicht wird vom hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) gesprochen, wenn eine Nierenfunktionseinschränkung vorliegt.

Das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) wird üblicherweise eingeteilt in HUS bei Kindern und HUS bei Erwachsenen. Im Kindesalter geht der Erkrankung in der Regel eine Darminfektion mit Diarrhöe voraus; hiervon leitet sich der Zusatz D+ (mit Diarrhöe) und D-?ab. Diese Erkrankungsgruppe geht auf Infekte mit verotoxin-(oder shigatoxin-)bildenden Bakterien zurück, wobei Infektionen mit enterohämorrhagischen E. coli (EHEC) Typ 0157:H7 dominieren [68]. Das D+-HUS des Kindesalters, assoziiert mit einer Infektion shigatoxinbildender Bakterien, wird als klassisches HUS bezeichnet.

Den Gegenpart bildet das atypische HUS (aHUS), das HUS des Erwachsenen, das in der Regel nicht mit Diarrhöe (D-) einhergeht und serologisch keine Hinweise für eine vorausgehende Darminfektion aufweist. Die Erkrankungsgruppe ist inhomogen und entweder mit Medikamenteneinnahmen, anderen Erkrankungen, genetischer Disposition oder mit einer Schwangerschaft assoziiert. Die molekulargenetische Klassifikation hat in letzter Zeit zunehmende Bedeutung erlangt [64].

Laborbefunde

Das Blutbild von Patienten mit HUS oder TTP zeigt in der Regel eine deutliche Erniedrigung von Hämoglobin und Thrombozyten. Die Thrombozytenzahl vor Therapie beträgt in der Regel weniger als 50 000/µl, nicht selten weniger als10000/µl. Es bestehen Zeichen der Hämolyse mit Erhöhung von LDH und indirektem Bilirubin sowie Erniedrigung von Haptoglobin. Der Coombstest ist negativ. Wichtiges Zeichen ist das Auftreten von Fragmentozyten (Schistozyten), deren Anteil in der Regel um 2-5% liegt (Abb. 1). Dies entspricht mindestens 2 Schistozyten pro Gesichtsfeld bei 1000facher Vergrößerung [13]. Nicht selten besteht eine Aktivierung des Komplementsystems; dabei kann es zur Erniedrigung von C3, CH50 und Komponenten der alternativen Komplementaktivierung kommen. Nephrologischerseits zeigt sich außer der Erhöhung von Serumkreatinin und Erniedrigung der Kreatininclearance in der Regel ein blander Urinbefund. Hyaline Zylinder, Leukozyturie, Mikrohämaturie oder Erythrozytenzylinder sind selten. Die Proteinurie kann gelegentlich auf 1-2 g/die erhöht sein.

Die pathologisch veränderten Labordaten (Tab.1 und Tab. 2) sind nicht nur diagnoseweisend, sondern dienen auch als wichtige Verlaufsparameter bei der Beurteilung und weiteren Planung der Therapie.

Ätiologie

Abb.1: Blutausstrich. Nachweis von Fragmentozyten (Schistozyten).


Die Ätiologie (Tab. 3) von HUS und TTP ist vielfältig. Die Kausalzusammenhänge ergeben sich aus Koinzidenzen und besonderen Expositionen. Die größte Gruppe bilden Medikamente.
Tabelle1: Diagnostik - Laboruntersuchungen
  • Hämatokrit
  • Thrombozyten
  • LDH, Bilirubin, Serumkreatinin
  • Blutausstrich: Fragmentozyten (Schistozyten)?
  • Haptoglobin
  • Coombstest


Tabelle 2: Speziallabor
  • E.-coli-Serologie
  • Komplementanalyse: CH50, C3d, C3, Faktor H, Faktor I
  • Autoantikörper: ADAMTS13, Faktor H
  • Molekulargenetik: ADAMTS13, Faktor I, MCP (Membran- Kofaktor-Protein)


Chinin wird sowohl über Apotheken als auch frei verkauft. Sein Einsatz ist weit gestreut. Es wird unter anderem in Tonic water eingesetzt. Bisweilen führt erst eine akribische Anamnese zu dieser Substanz. Die Symptomatik ist bunt und schließt Nieren- und ZNS-Beteiligung ein. Chinin sollte als Ursache von Relapsepisoden erwogen werden [32, 44, 50].

Thrombozytenaggregationshemmer: Mit einer Frequenz von 1:1600-1: 4800 wurde 3- 12Wochen nach koronarem Stenteinsatz unter Medikation mit Ticlopidin die Erkrankung teils als HUS, teils als TTP beobachtet [47, 56]. Seltener als Ticlopidin wurde auch nach Clopidogrel ein HUS oder eine TTP beobachtet [11, 35, 77], und zwar meistens innerhalb von 2Wochen nach Therapiebeginn.

Eine weitere wichtige Gruppe von Medikamenten, nach deren Einnahme ein HUS bzw. eine TTP auftrat, sind östrogenhaltige orale Antikonzeptiva [37].
Tabelle 3: Ursachen und Klassifikation von HUS und TTP
Infektionen
  • Shigatoxin- und verozytotoxin-/Shiga-like-Toxin-produzierende Organismen (Enterohämorrhagische E.-coli-Stämme und Shigella dysenteriae Typ1)
  • Neuraminidaseproduzierende Organismen (Streptococcus pneumoniae)
  • HIV
Medikamenten- und therapieinduziert
  • Ovulationshemmer
  • Mitomycin, 5-Fluorouracil, Gemcitabin, Bleomycin,Pentostatin
  • Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Azathioprin, OKT3
  • Chinin
  • Ticlopidin, Clopidogrel
  • Interferon-a
  • »Crack« Kokain Genetische Formen
  • CFH-Gen (Faktor H)
  • MCP-Gen
  • CFI-Gen (Faktor I)
  • ADAMTS13-Gen
Schwangerschaftsassoziiert
  • Postgraviditäts-HUS
  • HELLP-Syndrom
Erworbene Autoantikörper
  • Autoantikörper gegen Von-Willebrand-Faktor-Protease (ADAMTS13)
  • Autoantikörper gegen Faktor H
Assoziiert mit anderen Erkrankungen
  • Assoziiert mit malignen Tumoren
  • Assoziiert mit Stammzell-(Knochenmark-)Transplantation
  • Assoziiert mit Vaskulitis
  • Assoziiert mit Lupus erythematodes
Idiopathisch, keine Ätiologie faßbar


HUS-oder TTP-Erkrankungen wurden unter verschiedenen onkologischen Chemotherapeutika beobachtet. Zu nennen sind Gemcitabin [22, 39, 52], Bleomycin [26], Cisplatin [14, 34], Mitomycin [16, 72] und Cyclophosphamid [15].

Eine Reihe von Medikamenten, die im Rahmen der Transplantationsmedizin eingesetzt werden, ist als Auslöser eines HUS beschrieben. Hierzu gehören Ciclosporin [8, 33, 53, 74, 78], Tacrolimus [38, 70], Sirolimus [46], OKT3 [1, 57], Valaciclovir und Azathioprin [10, 21].

Nicht selten läßt sich eine klare Zuordnung zur aktuellen Medikation nicht herstellen. Dies gilt auch für eine Reihe von Grundkrankheiten, die selbst als Auslöser eines HUS in Frage kommen, bei denen aber durchaus eines der oben genannten Medikamente eingesetzt werden kann. Zu nennen sind Lupus erythematodes, Lupusantikoagulanssyndrom [43], Sklerodermie, Sjögrensyndrom, Karzinome von Mamma, Magen, Darm, Pankreas und Prostata [45, 48], Stammzelltransplantation [63, 30], Zustand nach Ganzkörperbestrahlung und HIV-Infektion [4, 9, 31, 76]. Als letzte wichtige Gruppe von HUS und TTP sind während und nach einer Schwangerschaft auftretende, bisweilen sehr schwer und prolongiert verlaufende Erkrankungen zu nennen.

Genetik

HUS und TTP können familiär vorkommen. Beschrieben sind autosomal-dominante [20, 12] und autosomal-rezessive Erbgänge [41]. Vier verschiedene Gene sind bis heute identifiziert:

  1. Das Gen von Faktor H (FH1, auch Complement factor H (CFH) genannt) auf dem langen Arm von Chromosom1(1q32) [75]
  2. Das ADAMTS13-Gen, lokalisiert auf Chromosom 9 (9q34) [49]
  3. Das Membran-Kofaktor-Protein-Gen CD46 (MCP), lokalisiert auf Chromosom1 (1q32) [60] und
  4. Das Complement-factor-I-Gen (CFI) auf Chromosom 4 (4q25) [18, 23]
Mutationen wurden in 14/23 Exons von CFH beobachtet, in 4/14 Exons von MCP, in 4/13 Exons von CFI und in 23/29 Exons von ADAMTS13. Patienten mit Mutationen von CFH, MCP und CFI zeigten ein HUS, Patienten mit Mutationen von ADAMTS13 eine TTP. Bei den Mutationsangaben beziehen sich manche Autoren auf die Exons, andere auf die Proteindomänen, was für das Verständnis der Nomenklatur wichtig ist. Um die klinische Relevanz genau abzuschätzen, sind Register z. B. auf nationaler Ebene notwendig. Für Mutationen des CFH-Gens liegt die Prävalenz bei 14 % [54]. Die Serumkonzentrationen von FaktorH sind bei CFHMutationsträgern normal oder erniedrigt, die von Faktor I bei CFI-Mutationsträgern normal, und bei Mutationsträgern von ADAMTS13-Metalloproteinase ist die Aktivität deutlich erniedrigt. Bei Trägern von MCP-Mutationen ist die Expression auf Zellen normal oder erniedrigt.

Bemerkenswerterweise gibt es neben heterozygoten Trägern von CFH-Mutationen auch Patienten mit homozygoten oder compound heterozygoten (2 verschiedenen) Mutationen [64]. Auch sind transheterozygote Patienten beschrieben, und zwar mit einer MCP- und einer CFI-Mutation [55] oder sowohl MCPals auch CFH-Mutationen [55]. ADAMTS13- Mutationen sind nahezu immer homozygot oder compound heterozygot [7, 42, 49, 65, 66].

Pathogenese

Im folgenden werden die derzeit wichtigsten pathogenetischen Konzepte zu HUS und TTP beschrieben.

Von-Willebrand-Faktor und ADAMTS13-Metalloproteinase

Der Von-Willebrand-Faktor wird von Endothelzellen produziert und ins Plasma sezerniert, wo Multimere, sogenannte Ultra-large-Von- Willebrand-Faktor-(ULVWF-)multimers, nachweisbar sind. Diese werden durch die spezifische Metalloproteinase ADAMTS13 degradiert. Erniedrigung oder Fehlen der ADAMTS13-Aktivität führt zur Akkumulation von ULVWF-Multimeren, mit Aggregation von Thrombozyten und Mikrothrombenbildung [25, 71]. Reduzierte ADAMTS13- Aktivität kommt sowohl hereditär als auch erworben vor. Untersuchungen von Familien zeigten bei asymptomatischen Verwandten ebenfalls Mutationen und Fehlen von Enzymaktivität, aber keine Krankheitszeichen [24, 55]. Bei erworbener Reduktion von ADAMTS13-Aktivität liegen inhibierende Autoantikörper vor, die sich im Plasma nachweisen lassen. Ihre Entstehung ist unklar. Patienten mit stark verminderter oder fehlender ADAMTS13-Aktivität zeigen in der Regel das Bild einer TTP. Hereditäre Erkrankungen manifestieren sich meistens im frühen Kindesalter.

Alternative Komplementaktivierung

Die alternative Komplementaktivierung manifestiert sich beim HUS in einer Erhöhung des C3d-Serumspiegels bzw. in einer Erniedrigung der Serumspiegel von C3, CH50 und Faktor B. Die Mutationen im Faktor-H-Gen können zu einer verminderten Syntheserate des defekten Alleles und somit zu einem reduzierten Serumspiegel führen. Andere Mutationen kodieren für ein sezerniertes, funktionell defektes Faktor-H-Protein. Der alternative Weg des Komplementsystems wird stetig aktiviert und bedarf einer kontinuierlichen Inhibition, wobei die Komplementregulatoren Faktor H, MCP und Faktor I eine zentrale Rolle spielen. Dem FaktorH (CFH) kommt die Rolle des zentralen Regulators bei der Bildung von C3b zu. Dieses Plasmaprotein reguliert die Stabilität des C3bBb-Komplexes (Anlagerung von FaktorB an C3b), agiert gleichzeitig als Kofaktor für die Serinproteinase Faktor I (CFI) bei der Inaktivierung von C3b zu iC3b. Die Aktivität der C3bBb-Konvertase wird reguliert durch das Plasmaprotein Faktor H, das auch an Endothelzellen bindet, sowie durch das integrale Membranregulatorprotein MCP und den Serinproteasefaktor I. Durch diese komplexe Situation wird verständlich, daß genetische Veränderungen in den Genen für Faktor H, MCP und Faktor I (siehe oben, »Genetik «) sowie erworbene Autoimmunantikörper zu einer Deregulation der alternativen Komplementaktivierung führen. Aus diesem Grund ist ersichtlich, warum Mutationen in den jeweiligen Regulatorproteinen FaktorH, Faktor I und MCP sowie das Vorliegen von Autoantikörpern gegen FaktorH [18] einen ähnlichen bzw. vergleichbaren Effekt zeigen. Die verschiedenen Situationen führen zu einer Deregulation des Komplementsystems, d. h. zur kontinuierlichen Aktivierung, was sich durch Verbrauch von C3b und FaktorB und durch die Erhöhung des Degradationsproduktes C3d sowie durch Veränderungen bei der CH50 und APH50 nachweisen läßt. Im Endeffekt führt eine lokale Deregulation der Komplementaktivierung zur Schädigung der Endothelzellen der Niere [81].

Shigatoxine

Unter Shigatoxinen (Tab. 4) werden Toxine zusammengefaßt, die durch E.-coli-Stämme (vornehmlich 0157:H7) oder Shigella dysenteriae gebildet werden und beim klassischen (D+-)HUS die wesentliche pathophysiologische Komponente sind [68]. Der Mechanismus, der zur Endothelzellschädigung führt, ist nicht ganz geklärt und bezieht direkte Toxinwirkung, Granulozytenakkumulation mit Endothelinfreisetzung sowie die Wirkung anderer Zyto- und Chemokine mit ein. Offenbar besteht eine Affinität dieser Mechanismen zur renalen Mikrozirkulation, wobei Aktivierung des Glykolipidrezeptors Gb3 und Bindung der Toxine hieran sowie Freisetzung von TNF durch Shigatoxine eine entscheidende Bedeutung haben dürften.

Tabelle 4: Shigatoxine und ihre Produktion
Shigatoxin (Stx) Extrazelluläres Zytotoxin von Shigella dysenteriae Typ 1 (selten andere)
Shigatoxin 1/2 = Stx1, Stx2 = Shiga-like-Toxin 1/2 = Verotoxin 1/2 = Verozytotoxin 1/2 Stx1hat eine allelische Variante (Stx1c) Stx2 hat 5 allelische Varianten (z. B. Stx2e) Verschiedenes toxisches Potential
STEC E.-coli-Stämme mit Genen für Stx= VTEC
EHEC Humanpathogene STEC-Stämme
Zusammenfassend konnten viele ätiologisch und pathogenetisch relevante Faktoren beschrieben werden. Sie alle erklären allein die Manifestation einer HUS-/TTP-Erkrankung nicht, sondern machen ein auslösendes zusätzliches Ereignis notwendig.

Therapie

Das HUS ist ein nephrologischer Notfall. Patienten mit unbehandeltem aHUS oder TTP haben eine schlechte Prognose. Vor Einführung der Plasmaaustauschtherapie lag die Mortalität über 90 % [5]. Es ist daher wichtig, so schnell wie möglich die Diagnose zu stellen. Als ausreichend ist das Vorliegen folgender Veränderungen anzusehen: 1. Thrombopenie, 2. sogenannte mikroangiopathische hämolytische Anämie ohne klinische Hinweise auf eine offenbar andere Ätiologie wie Verbrauchskoagulopathie oder maligne Hypertonie und 3.Nierenversagen. In solchen Fällen ist von der Diagnose aHUS/TTP auszugehen und die Plasmaaustauschbehandlung einzuleiten. Im Zweifelsfall erscheint es eher vertretbar, die Diagnose anhand von weiterführenden Zusatzuntersuchungsergebnissen revidieren und die Therapie beenden zu müssen als die Diagnosestellung und Therapieeinleitung zu verzögern.

Richtungsweisende Laborbefunde sind Thrombozyten < 120 000/µl, Hämoglobin < 9 g/dl, Fragmentozyten > 2%, 2-3fach erhöhte LDH, nicht nachweisbares Haptoglobin und negativer Coombstest sowie beim HUS erhöhtes Serumkreatinin.

Anamnestische Fragen sollten einbeziehen: Blutige Diarrhöe, Medikamente (Thrombozytenaggregationshemmer, Zytostatika, Ovulationshemmer, Chinin), Tumorerkrankung, Transplantation, Lupus erythematodes oder Schwangerschaft. Besondere Sorgfalt gebührt der Chininanamnese.

Vor Therapiebeginn sollte EDTA-Blut und Serum bzw. Plasma für die Bestimmung des Komplementstatus, der ADAMTS13-Aktivität (sofern TTP erwogen), für molekulargenetische Analysen der Kandidatengene und für eine E.-coli-Serologie asserviert werden.

Eine Nierenbiopsie ist in der Regel nicht notwendig und geht mit einem deutlich erhöhten Blutungsrisiko einher. Beim klassischen HUS im Erwachsenenalter, das eine Rarität unter den ohnehin raren HUS-Erkrankungen ist, wird ein Plasmaaustausch lediglich kasuistisch berichtet oder nicht empfohlen [19, 27, 68].

Eine antibiotische Therapie ist kontraindiziert [68]. Von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Therapie von TTP und aHUS ist der Plasmaaustausch. Dies ist eindrucksvoll anhand der klassischen Studie von Rock und Mitarbeitern belegt [10, 61]. Sie führten eine randomisiertkontrollierte Studie mit102 Patienten durch. Eine Gruppe erhielt eine tägliche Plasmaaustauschbehandlung mit der1,0- bis1,5fachen Menge des anzunehmenden Plasmavolumens. Die andere Gruppe bekam eine Plasmainfusion, und zwar am1.Tag 30 ml pro kg Körpergewicht, dann 15 ml pro kg Körpergewicht. Die Überlebensrate nach 6Monaten war bei der Gruppe mit Plasmaaustausch
signifikant erhöht im Vergleich zu der Gruppe mit Plasmainfusion, und zwar 78 % versus 63 % (p = 0,04). Bei 12 der 51Patienten mit Plasmainfusion wurde aufgrund von klinischer Verschlechterung zur Plasmaaustauschbehandlung gewechselt. Die initialen Responseraten hinsichtlich der Laborparameter waren bei der Plasmaaustauschgruppe ebenfalls besser. 7 Tage nach Randomisation hatten 74% (24Patienten) normale Thrombozytenzahlen (> 150 000/ml) und keine neuen neurologischen Episoden, während in der Plasmainfusionsgruppe dies nur bei 25 % (13 Patienten) der Fall war (p = 0,02). 24 Patienten waren wegen akuten Nierenversagens nicht eingeschlossen worden. Diese wurden mit Plasmaaustausch behandelt. 83 % (20 Patienten) überlebten 6Monate [61].

Die notwendige Zahl und die Intervalle der Plasmaaustauschbehandlungen sind auf den Einzelfall abzustimmen. Der Plasmaaustausch soll das Ein- bis Anderthalbfache des Plasmavolumens des Patienten betragen [3, 67]. Tägliche Behandlungen sollten etwa 7Tage lang erfolgen, mindestens aber 2Tage, nachdem Normalisierung von Blutbild und Hämolyse erzielt worden sind [3]. Auch nach Einleitung einer Plasmatherapie sollte die diagnostische Differentialdiagnose fortgesetzt werden, da in bis zu10% der Patienten die Diagnose HUS/ TTP revidiert werden muß [29]. Die Gründe, warum10-20% der Patienten nicht auf eine Plasmaaustauschtherapie ansprechen, sind unklar. Eine Erhöhung auf 2Austauschbehandlungen pro Tag ist in solchen Fällen zu erwägen. Der Plasmaaustausch mit sogenanntem kryoverarmten Frischplasma mit Reduktion der Von-Willebrand-Multimere wurde für solche Fälle konzipiert [62]. Eine prospektive Studie mit 24 Patienten [79] konnte jedoch keinen Effekt zeigen. Somit ist Frischplasma allein ausreichend [58]. Der Effekt von Kortison ist durch keine Studie belegt. Dennoch wird Kortison unter der Annahme, daß viele HUS-/TTP-Erkrankungen durch Autoantikörper vermittelt sind, empfohlen. Die Dosen sind 1-2 mg Prednison/kg Körpergewicht bis zur Remission oder initial an 3Tagen 1g Methylprednisolon [29]. In therapieresistenten Fällen erscheinen diverse Maßnahmen gerechtfertigt, die in Einzelfällen erfolgreich waren, wie Rituximab [29], Cyclophosphamid [29], Splenektomie [30],

Vincristin [80] oder sogar die bilaterale Nephrektomie. Ungelöst ist die Frage, ob und wie lange nach Normalisierung von Blutbild und Hämolyse wegen persistierender Einschränkung der Nierenfunktion, d. h. sich nicht rückbildendem akutem Nierenversagen, die Plasmaaustauschbehandlung fortgesetzt werden soll. Abb. 2 gibt zur Therapie Entscheidungshilfen.

Nicht erfolgreich und somit nicht indiziert sind Plasmaaustauschbehandlungen beim HUS nach Zytostatika, Stammzelltransplantationen oder Ganzkörperbestrahlung.

Eine schwangerschaftsassoziierte Thrombopenie sollte differentialdiagnostisch gegenüber Präeklampsie und HELLP-Syndrom abgegrenzt werden, bevor die Diagnose HUS und damit die Indikation zur Plasmaaustauschbehandlung gestellt werden.

Als Relaps bezeichnet man ein erneutes Auftreten von HUS oder TTP 30Tage nach therapiefreiem Intervall. Meist wird ein Relaps nach wenigen Monaten, bisweilen noch nach Jahren beobachtet, und manche Patienten haben häufige Relapse.

Thrombozytentransfusionen sind generell kontraindiziert, da sie das Krankheitsbild dramatisch aktivieren und verschlechtern können [36]. Diese Maßnahme sollte nur bei lebensbedrohlichen Blutungen erfolgen.

HUS nach Nierentransplantation

Nach Nierentransplantation kommt das HUS entweder als Rekurrenz einer Erkrankung der Prädialysephase oder als De-novo-Erkrankung vor.

Das Rekurrenzrisiko wird auf 25-50 % geschätzt. Dabei handelt es sich fast immer um Rekurrenz eines aHUS [2, 6]. Das familiäre HUS rekurriert häufig [41, 59]. Die Diagnose eines rekurrierenden HUS ist auch in der Nierenbiopsie nicht selten erst in einer Zweitoder Drittbiopsie histologisch eindeutig faßbar.
Tabelle 5: Differentialdiagnose der thrombotischen Mikroangiopathie
  • HUS/TTP
  • Eklampsie
  • Antiphospholipidantikörpersyndrom
  • Sklerodermie
  • Chronische Transplantatnephropathie
  • Calcineurininhibitortoxizität
Ein De-novo-HUS setzt eine definierte Grundkrankheit vor Dialysebeginn voraus. Als Auslöser nach Nierentransplantation werden diskutiert Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Valaciclovir und andere. Empfehlungen zur Rekurrenz- prophylaxe und zur Therapie des Posttrans- plantations-HUS können sich nicht auf größere Fallzahlen stützen und haben Optionscharakter. Prophylaktisch wurden bereits Aspirin und Dipyridamol eingesetzt. Nach Auftreten des HUS wird die Immunsuppression reduziert oder verändert, wobei derzeit Sirolimus favorisiert wird. Plasmaaustauschbehandlungen haben aber auch hier ihren Platz.

Differentialdiagnose

Die Differentialdiagnose zur Erkrankungsgruppe HUS und TTP ist weitgefächert und bisweilen schwierig (Tab. 5). Thrombopenie, hämolytische Anämie und Nierenversagen werden auch beobachtet bei Verbrauchskoagulopathie, systemischer Vaskulitis oder maligner Hypertonie. Hilfreich können globale Gerinnungstests sein, die beim HUS normal sind, augenärztlicher Befund oder Blutdruck, der beim HUS diastolisch nicht massiv erhöht ist, sowie generelle Befunde wie Sepsis und Schock. Thrombopenie und Anämie können bei schwerem Vitamin-B12-Mangel auftreten. Weitere Differentialdiagnosen sind Thrombopenie, akutes Nierenversagen, Fieber und Blutungen bei Hantavirusinfekt, heparininduzierte Thrombopenie oder die idiopathische Thrombopenie. Auf die schwierige Abgrenzung zur Präeklampsie und zum HELLP-Syndrom sei nochmals verwiesen.

Die Literatur zum HUS und TTP ist immens. Diese Übersicht versucht auf wichtige Publikationen zu verweisen. Eine Reihe aktueller Reviews wurde unter Betonung klinischer [29], immunologischer [81], toxikologischer [68], pathophysiologischer oder molekulargenetischer [64] Aspekte vorgelegt [29]. Das Freiburger Universitätsklinikum, Abteilung Nephrologie, bietet einen »Therapiestandard« an, der regelmäßig von Dr.W. Kühn und Frau Dr. Röthele unter www.uniklinik-freiburg. de/nephrologie/live/therapiestandards.html aktualisiert wird.

Literatur
  1. Abramowicz D, Pradier O, Marchant A, Florquin S, De Pauw L, Vereerstraeten P, Kinnaert P, Vanherweghem JL, Goldman M: Induction of thromboses within renal grafts by high-dose prophylactic OKT3. Lancet 1992;339(8796):777-778.
  2. Agarwal A, Mauer SM, Matas AJ, Nath KA: Recurrent hemolytic uremic syndrome in an adult renal allograft recipient: current concepts and management. J Am Soc Nephrol 1995;6(4):1160-1169.
  3. Allford SL, Hunt BJ, Rose P, Machin SJ; Haemostasis and Thrombosis Task Force, British Committee for Standards in Haematology: Guidelines on the diagnosis and management of the thrombotic microangiopathic haemolytic anaemias. Br J Haematol 2003;120(4):556-573.
  4. Alpers CE: Light at the end of the TUNEL: HIV-associated thrombotic microangiopathy. Kidney Int 2003;63(1):385-396.
  5. Amorosi EL, Ultmann JE: Thrombotic thrombocytopenic purpura: report of 16 cases and review of the literature. Medicine 1966;45:139-159.
  6. Artz MA, Steenbergen EJ, Hoitsma AJ, Monnens LA, Wetzels JF: Renal transplantation in patients with hemolytic uremic syndrome: high rate of recurrence and increased incidence of acute rejections. Transplantation 2003;76(5):821-826.
  7. Assink K, Schiphorst R, Allford S, Karpman D, Etzioni A, Brichard B, van de Kar N, Monnens L, van den Heuvel L: Mutation analysis and clinical implications of von Willebrand factor-cleaving protease deficiency. Kidney Int 2003;63(6):1995-1999.
  8. Beaufils H, de Groc F, Gubler MC, Wechsler B, Le Hoang P, Baumelou A, Chomette G, Jacobs C: Hemolytic uremic syndrome in patients with Behcet's disease treated with cyclosporin A: report of 2cases. Clin Nephrol 1990;34(4):157-162.
  9. Becker S, Fusco G, Fusco J, Balu R, Gangjee S, Brennan C, Feinberg J; Collaborations in HIV Outcomes Research/US Cohort: HIV-associated thrombotic microangiopathy in the era of highly active antiretroviral therapy: an observational study. Clin Infect Dis 2004;39 Suppl 5:S267-S275.
  10. Bell WR, Braine HG, Ness PM, Kickler TS: Improved survival in thrombotic thrombocytopenic purpurahemolytic uremic syndrome. Clinical experience in 108 patients. N Engl J Med1991;325(6):398-403.
  11. Bennett CL, Connors JM, Carwile JM, Moake JL, Bell WR, Tarantolo SR, McCarthy LJ, Sarode R, Hatfield AJ, Feldman MD, et al: Thrombotic thrombocytopenic purpura associated with clopidogrel. N Engl J Med 2000;342(24):1773-1777.
  12. Bergstein JM, Riley M, Bang NU: Role of plasminogen- activator inhibitor type1 in the pathogenesis and outcome of the hemolytic uremic syndrome. N Engl J Med 1992;327(11):755-759.
  13. Burns ER, Lou Y, Pathak A: Morphologic diagnosis of thrombotic thrombocytopenic purpura. Am J Hematol 2004;75(1):18-21.
  14. Canpolat C, Pearson P, Jaffe N: Cisplatin-associated hemolytic uremic syndrome. Cancer 1994; 74(11):3059-3062.
  15. Carlson K, Smedmyr B, Hagberg H, Oberg G, Simonsson B: Haemolytic uraemic syndrome and renal dysfunction following BEAC (BCNU, etoposide, ara-C, cyclophosphamide) +/-?TBI and autologous BMT for malignant lymphomas. Bone Marrow Transplant 1993;11(3):205-208.
  16. Cattell V: Mitomycin-induced hemolytic uremic kidney. An experimental model in the rat. Am J Pathol 1985;121(1):88-95.
  17. Dragon-Durey MA, Fremeaux-Bacchi V: Atypical haemolytic uraemic syndrome and mutations in complement regulator genes. Springer Semin Immunopathol 2005;27(3):359-374.
  18. Dragon-Durey MA, Loirat C, Cloarec S, Macher MA, Blouin J, Nivet H, Weiss L, Fridman WH, Fremeaux- Bacchi V: Anti-Factor H autoantibodies associated with atypical hemolytic uremic syndrome. J Am Soc Nephrol 2005;16(2):555-563.
  19. Dundas S, Murphy J, Soutar RL, Jones GA, Hutchinson SJ, Todd WT: Effectiveness of therapeutic plasma exchange in the1996 Lanarkshire Escherichia coli O157:H7 outbreak. Lancet 1999;354(9187): 1327-1330.
  20. Farr MJ, Roberts S, Morley AR, Dewar DF, Uldall PR: The haemolytic uraemic syndrome - a family study. Q J Med 1975;44(174):161-188.
  21. Feinberg JE, Hurwitz S, Cooper D, Sattler FR, MacGregor RR, Powderly W, Holland GN, Griffiths PD, Pollard RB, Youle M, et al: A randomized, double-blind trial of valaciclovir prophylaxis for cytomegalovirus disease in patients with advanced human immunodeficiency virus infection. AIDS Clinical Trials Group Protocol 204/Glaxo Wellcome 123 -014 International CMV Prophylaxis Study Group. J Infect Dis 1998;177(1):48-56.
  22. Flombaum CD, Mouradian JA, Casper ES, Erlandson RA, Benedetti F: Thrombotic microangiopathy as a complication of long-term therapy with gemcitabine. Am J Kidney Dis1999;33(3):555-562.
  23. Fremeaux-Bacchi V, Moulton EA, Kavanagh D, Dragon-Durey MA, Blouin J, Caudy A, Arzouk N, Cleper R, Francois M, Guest G, et al: Genetic and functional analyses of membrane cofactor protein (CD46) mutations in atypical hemolytic uremic syndrome. J Am Soc Nephrol 2006;17(7):2017-2025.
  24. Furlan M, Lammle B: Aetiology and pathogenesis of thrombotic thrombocytopenic purpura and haemolytic uraemic syndrome: the role of von Willebrand factor-cleaving protease. Best Pract Res Clin Haematol 2001;14(2):437-454.
  25. Furlan M, Robles R, Galbusera M, Remuzzi G, Kyrle PA, Brenner B, Krause M, Scharrer I, Aumann V, Mittler U, et al: von Willebrand factor-cleaving protease in thrombotic thrombocytopenic purpura and the hemolytic-uremic syndrome. N Engl J Med 1998;339(22):1578-1584.
  26. Gardner G, Mesler D, Gitelman HJ: Hemolytic uremic syndrome following cisplatin, bleomycin, and vincristine chemotherapy: a report of a case and a review of the literature. Ren Fail 1989;11(2-3): 133-137.
  27. Garg AX, Suri RS, Barrowman N, Rehman F, Matsell D, Rosas-Arellano MP, Salvadori M, Haynes RB, Clark WF: Long-term renal prognosis of diarrheaassociated hemolytic uremic syndrome: a systematic review, meta-analysis, and meta-regression. JAMA 2003;290(10):1360-1370.
  28. Gasser C, Gautier E, Steck A, Siebenmann RE, Oechslin R: Hemolytic-uremic syndrome: bilateral necrosis of the renal cortex in acute acquired hemolytic anemia. Schweiz Med Wochenschr1955; 85(38-39):905-909.
  29. George JN: Clinical practice. Thrombotic thrombocytopenic purpura. N Engl J Med 2006;354(18): 1927-1935.
  30. George JN, Selby GB: Thrombotic microangiopathy after allogeneic bone marrow transplantation: a pathologic abnormality associated with diverse clinical syndromes. Bone Marrow Transplant 2004; 33(11):1073-1074.
  31. Gervasoni C, Ridolfo AL, Vaccarezza M, Parravicini C, Vago L, Adorni F, Cappelletti A, d'Arminio Monforte A, Galli M: Thrombotic microangiopathy in patients with acquired immunodeficiency syndrome before and during the era of introduction of highly active antiretroviral therapy. Clin Infect Dis 2002;35(12):1534-1540.
  32. Gottschall JL, Neahring B, McFarland JG, Wu GG, Weitekamp LA, Aster RH: Quinine-induced immune thrombocytopenia with hemolytic uremic syndrome: clinical and serological findings in nine patients and review of literature. Am J Hematol 1994;47(4):283-289.
  33. Grace AA, Barradas MA, Mikhailidis DP, Jeremy JY, Moorhead JF, Sweny P, Dandona P: Cyclosporine A enhances platelet aggregation. Kidney Int 1987;32(6):889-895.
  34. Gross M, Hiesse C, Kriaa F, Goldwasser F: Severe hemolytic uremic syndrome in an advanced ovarian cancer patient treated with carboplatin and gemcitabine. Anticancer Drugs 1999;10(6):533- 536.
  35. Hankey GJ: Clopidogrel and thrombotic thrombocytopenic purpura. Lancet 2000;356(9226):269- 270.
  36. Harkness DR, Byrnes JJ, Lian EC, Williams WD, Hensley GT: Hazard of platelet transfusion in thrombotic thrombocytopenic purpura. JAMA1981; 246(17):1931-1933.
  37. Hauglustaine D, Vanrenterghem Y, Michielsen OP, van Damme B: Oestrogen containing oral contraceptives, decreased prostacyclin production, and haemolytic uraemic syndrome. Lancet1981;1(8215): 328-329.
  38. Holman MJ, Gonwa TA, Cooper B, Husberg BS, Goldstein RM, Gibbs JF, Klintmalm GB: FK506-associated thrombotic thrombocytopenic purpura. Transplantation 1993;55(1):205-206.
  39. Humphreys BD, Sharman JP, Henderson JM, Clark JW, Marks PW, Rennke HG, Zhu AX, Magee CC: Gemcitabine-associated thrombotic microangiopathy. Cancer 2004;100(12):2664-2670.
  40. Kaplan BS, Meyers KE, Schulman SL: The pathogenesis and treatment of hemolytic uremic syndrome. J Am Soc Nephrol1998;9(6):1126-1133.
  41. Kaplan BS, Papadimitriou M, Brezin JH, Tomlanovich SJ, Zulkharnain: Renal transplantation in adults with autosomal recessive inheritance of hemolytic uremic syndrome. Am J Kidney Dis 1997;30(6): 760-765.
  42. Kentouche K, Budde U, Furlan M, Scharfe V, Schneppenheim R, Zintl F: Remission of thrombotic thrombocytopenic purpura in a patient with compound heterozygous deficiency of von Willebrand factor-cleaving protease by infusion of solvent/detergent plasma. Acta Paediatr 2002;91(10):1056- 1059.
  43. Kincaid-Smith P, Fairley KF, Kloss M: Lupus anticoagulant associated with renal thrombotic microangiopathy and pregnancy-related renal failure. Q J Med 1988;68(258):795-815.
  44. Kojouri K, Vesely SK, George JN: Quinine-associated thrombotic thrombocytopenic purpura-hemolytic uremic syndrome: frequency, clinical features, and long-term outcomes. Ann Intern Med 2001; 135(12):1047-1051.
  45. Laffay DL, Tubbs RR, Valenzuela R, Hall PM, McCormack LJ: Chronic glomerular microangiopathy and metastatic carcinoma. Hum Pathol1979; 10(4):433-438.
  46. Langer RM, Van Buren CT, Katz SM, Kahan BD: De novo hemolytic uremic syndrome after kidney transplantation in patients treated with cyclosporinesirolimus combination. Transplantation 2002;73(5): 756-760.
  47. Leavey SF, Weinberg J: Thrombotic thrombocytopenic purpura associated with ticlopidine therapy. J Am Soc Nephrol 1997;8(4):689-693.
  48. Lesesne JB, Rothschild N, Erickson B, Korec S, Sisk R, Keller J, Arbus M, Woolley PV, Chiazze L, Schein PS, et al: Cancer-associated hemolytic-uremic syndrome: analysis of 85 cases from a national registry. J Clin Oncol 1989;7(6):781-789.
  49. Levy GG, Nichols WC, Lian EC, Foroud T, McClintick JN, McGee BM, Yang AY, Siemieniak DR, Stark KR, Gruppo R, et al: Mutations in a member of the ADAMTS gene family cause thrombotic thrombocytopenic purpura. Nature 2001;413- (6855):488-494.
  50. Maguire RB, Stroncek DF, Campbell AC: Recurrent pancytopenia, coagulopathy, and renal failure associated with multiple quinine-dependent antibodies. Ann Intern Med 1993;119(3):215-217.
  51. Moschcowitz, E: An acute febrile pleiochromic anemia with hyaline thrombosis of the terminal arterioles and capillaries: an undescribed disease. Arch Intern Med 1925;36(1):89-93.
  52. Muller S, Schutt P, Bojko P, Nowrousian MR, Hense J, Seeber S, Moritz T: Hemolytic uremic syndrome following prolonged gemcitabine therapy: report of four cases from a single institution. Ann Hematol 2005;84(2):110-114.
  53. Myers BD: Cyclosporine nephrotoxicity. Kidney Int 1986;30(6):964-974.
  54. Neumann HP, Salzmann M, Bohnert-Iwan B, Mannuelian T, Skerka C, Lenk D, Bender BU, Cybulla M, Riegler P, Konigsrainer A, et al: Haemolytic uraemic syndrome and mutations of the factor H gene: a registry-based study of German speaking countries. J Med Genet 2003;40(9):676-681.
  55. Noris M, Brioschi S, Caprioli J, Todeschini M, Bresin E, Porrati F, Gamba S, Remuzzi G; International Registry of Recurrent and Familial HUS/TTP: Familial haemolytic uraemic syndrome and an MCP mutation. Lancet 2003;362(9395):1542-1547.
  56. Page Y, Tardy B, Zeni F, Comtet C, Terrana R, Bertrand JC: Thrombotic thrombocytopenic purpura related to ticlopidine. Lancet1991;337(8744): 774-776.
  57. Pradier O, Marchant A, Abramowicz D, De Pauw L, Vereerstraeten P, Kinnaert P, Vanherweghem JL, Capel P, Goldman M: Procoagulant effect of the OKT3 monoclonal antibody: involvement of tumor necrosis factor. Kidney Int1992;42(5):1124-1129.
  58. Raife TJ, Friedman KD, Dwyre DM: The pathogenicity of von Willebrand factor in thrombotic thrombocytopenic purpura: reconsideration of treatment with cryopoor plasma. Transfusion 2006;46(1): 74-79.
  59. Remuzzi G, Ruggenenti P, Codazzi D, Noris M, Caprioli J, Locatelli G, Gridelli B: Combined kidney and liver transplantation for familial haemolytic uraemic syndrome. Lancet 2002;359(9318): 1671-1672.
  60. Richards A, Kemp EJ, Liszewski MK, Goodship JA, Lampe AK, Decorte R, Muslumanoglu MH, Kavukcu S, Filler G, Pirson Y, et al: Mutations in human complement regulator, membrane cofactor protein (CD46), predispose to development of familial hemolytic uremic syndrome. Proc Natl Acad Sci USA 2003;100(22):12966-12971.
  61. Rock GA, Shumak KH, Buskard NA, Blanchette VS, Kelton JG, Nair RC, Spasoff RA: Comparison of plasma exchange with plasma infusion in the treatment of thrombotic thrombocytopenic purpura. Canadian Apheresis Study Group. N Engl J Med 1991;325(6):393-397.
  62. Rock GA, Tricklebank GW, Kasaboski CA: Plasma exchange in Canada. The Canadian Apheresis Study Group. CMAJ 1990;142(6):557-562.
  63. Roy V, Rizvi MA, Vesely SK, George JN: Thrombotic thrombocytopenic purpura-like syndromes following bone marrow transplantation: an analysis of associated conditions and clinical outcomes. Bone Marrow Transplant 2001;27(6):641-646.
  64. Salzmann M, Hoffmann M, Schluh G, Riegler P, Cybulla M, Neumann HP: Towards a new classification of hemolytic uremic syndrome, in Zipfel PF (ed): Complement and kidney disease. Basel, Birkhäuser, 2006.
  65. Savasan S, Lee SK, Ginsburg D, Tsai HM: ADAMTS13 gene mutation in congenital thrombotic thrombocytopenic purpura with previously reported normal VWF cleaving protease activity. Blood 2003;101(11):4449-4451.
  66. Schneppenheim R, Budde U, Oyen F, Angerhaus D, Aumann V, Drewke E, Hassenpflug W, Haberle J, Kentouche K, Kohne E, et al: von Willebrand factor cleaving protease and ADAMTS13 mutations in childhood TTP. Blood 2003;101(5):1845-1850.
  67. Smith JW, Weinstein R, For The AABB Hemapheresis Committee KL; AABB Hemapheresis Committee; American Society for Apheresis: Therapeutic apheresis: a summary of current indication categories endorsed by the AABB and the American Society for Apheresis. Transfusion 2003;43(6):820- 822.
  68. Tarr PI, Gordon CA, Chandler WL: Shiga-toxinproducing Escherichia coli and haemolytic uraemic syndrome. Lancet 2005;365(9464):1073-1086.
  69. Terrell DR, Williams LA, Vesely SK, Lammle B, Hovinga JA, George JN: The incidence of thrombotic thrombocytopenic purpura-hemolytic uremic syndrome: all patients, idiopathic patients, and patients with severe ADAMTS-13 deficiency. J Thromb Haemost 2005;3(7):1432-1436.
  70. Trimarchi HM, Truong LD, Brennan S, Gonzalez JM, Suki WN: FK506-associated thrombotic microangiopathy: report of two cases and review of the literature. Transplantation1999;67(4):539-544.
  71. Tsai HM, Lian EC: Antibodies to von Willebrand factor-cleaving protease in acute thrombotic thrombocytopenic purpura. N Engl J Med1998;339(22): 1585-1594.
  72. Verweij J, van der Burg ME, Pinedo HM: Mitomycin C-induced hemolytic uremic syndrome. Six case reports and review of the literature on renal, pulmonary and cardiac side effects of the drug. Radiother Oncol 1987;8(1):33-41.
  73. Vesely SK, George JN, Lammle B, Studt JD, Alberio L, El-Harake MA, Raskob GE: ADAMTS13 activity in thrombotic thrombocytopenic purpurahemolytic uremic syndrome: relation to presenting features and clinical outcomes in a prospective cohort of 142 patients. Blood 2003;102(1):60-68.
  74. Walfe JA, McCann RL, Sanfilippo F: Cyclosporineassociated microangiopathy in renal transplantation: a severe but potentially reversible form of early graft injury. Transplantation1986;41(4):541-544.
  75. Warwicker P, Goodship TH, Donne RL, Pirson Y, Nicholls A, Ward RM, Turnpenny P, Goodship JA: Genetic studies into inherited and sporadic hemolytic uremic syndrome. Kidney Int1998;53(4):836- 844.
  76. Weiner NJ, Goodman JW, Kimmel PL: The HIV-associated renal diseases: current insight into pathogenesis and treatment. Kidney Int 2003;63(5): 1618-1631.
  77. Zakarija A, Bandarenko N, Pandey DK, Auerbach A, Raisch DW, Kim B, Kwaan HC, McKoy JM, Schmitt BP, Davidson CJ, et al: Clopidogrel-associated TTP: an update of pharmacovigilance efforts conducted by independent researchers, pharmaceutical suppliers, and the Food and Drug Administration. Stroke 2004;35(2):533-537.
  78. Zarifian A, Meleg-Smith S, O'Donovan R, Tesi RJ, Batuman V: Cyclosporine-associated thrombotic microangiopathy in renal allografts. Kidney Int 1999;55(6):2457-2466.
  79. Zeigler ZR, Shadduck RK, Gryn JF, Rintels PB, George JN, Besa EC, Bodensteiner D, Silver B, Kramer RE; North American TTP Group: Cryoprecipitate poor plasma does not improve early response in primary adult thrombotic thrombocytopenic purpura (TTP). J Clin Apher 2001;16(1):19-22.
  80. Ziman A, Mitri M, Klapper E, Pepkowitz SH, Goldfinger D: Combination vincristine and plasma exchange as initial therapy in patients with thrombotic thrombocytopenic purpura: one institution's experience and review of the literature. Transfusion 2005;45(1):41-49.
  81. Zipfel PF, Heinen S, Jozsi M, Skerka C: Complement and diseases: defective alternative pathway control results in kidney and eye diseases. Mol Immunol 2006;43(1-2):97-106.


Verfasser
Prof.Dr. H. P. H.Neumann
Abteilung für Nephrologie und Allgemeinmedizin
Medizinische Klinik Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Hugstetter Straße 55
79106 Freiburg/Deutschland
Mail: neumann@med1.ukl.uni-freiburg.de

Home
Wir über uns
Arzt-Informationen
Patienten-Informationen
Patienten Selbsthilfe
Fortbildungsangebote
Kontakt
Links
Forum
Impressum
Inhaltsverzeichnis


Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang



Seitenanfang




Seitenanfang


fuss_abstand_textinhalt
fuss_abstand_textinhalt © Diabeteszentrum Heidelberg e.V. 2002 - 2007
fuss_abstand_textinhalt
Datenschutzhinweise | Nutzungsbedingungen
fuss_abstand_textinhalt