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Vollkornprodukte schützen!
Das Vollkornprodukte eine gesundheitsfördernde Wirkung haben, ist schon lange bekannt. Der Verzehr von Lebensmitteln die aus Getreide stammen und viel Ballaststoffe enthalten , ist schon häufig mit einem niedrigen Risiko für Herzkreislauferkrankungen beobachtet worden. Die dahinterstehenden Mechanismen mussten aber noch intensiver erforscht werden.
Der Diabetes Typ 2 geht häufig mit einem systemischen Entzündungsgeschehen und dem Auftreten von sogenannten Entzündungsmarkern im Blut einher. Dies führt langfristig meist zu Herzkreislauferkrankungen.
Eine kürzlich veröffentliche Untersuchung konnte zeigen, das ein hoher Verzehr von Produkten aus Vollkorn, Kleie oder anderen Ballaststoffen aus Getreide, diese Entzündungsmarker niedrig hält. Dies könnte vor einer frühzeitige Entstehung vor Herzkreislauferkrankungen schützen.
Quelle: Qui et al. Whole-Grain, Bran, and Cereal Fiber Intakes and Markers of Systemic Inflammation in Diabetic Women. Diabetes Care 29: 207-211, 2006.
Mikrokapsel schützt transplantierte Insulinzellen
Einer Forschungsgruppe aus Bochum ist es gelungen insulinproduzierende Zellen zu "verkapseln". Durch diese Hülle ist sie vor Angriffen des Immunsystems besser geschützt.
Diese Art der Inselzelltransplantation sieht die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) als eine neue Möglichkeit Menschen mit Typ 1 Diabetes zu helfen. Obwohl heute verfügbare Insuline zunehmend besser dosierbar sind, entwickelt ein großer Teil der betroffenen Patienten im Verlauf ihres Lebens Folgeerkrankungen.
Es wir daher mit Hochdruck nach neuen Methoden gesucht. Die Verpflanzung mit insulinproduzierenden Zellen steht hierbei auch im Mittelpunkt.
Die aus Organspendern gewonnenen Zellen werden durch Punktion der Lebervene dem Empfängern injiziert. Technisch stellte diese Art der Transplantation kein Problem mehr dar. Doch um die Abstoßungsreaktion zu unterdrücken, brauchte man starke Medikamente. Es wurde daher nach einer Möglichkeit gesucht die verpflanzten Zellen "unauffälliger" für das Immunsystem zu machen.
In einem Versuch ist den Bochumer Forschern unter Leitung von Dr. med. Stephan Schneider gelungen, die zu transplantierenden Inselzellen in eine spezielle "Mikrokapsel" einzuschließen. Diese eingekapselten Inselzellen überlebten mehr als ein Jahr ohne jegliche Gabe von Medikamenten.
In einem anderen tierexperimentellen Versuch ist es der Arbeitsgruppe um Dr. Stephan Schneider gelungen, entnommene Inselzellen mit einem "antientzündlichen Cocktail" zu behandeln. Auch hierbei wurde die Überlebensdauer der Insulinzellen deutlich verlängert.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie Januar 2006
Wirkt sich ein schlecht eingestellter Diabetes auf die Hirnleistung aus?
Überhöhter Blutzuckerspiegel können bei Menschen mit Diabetes zu einer sogenannten diabetischen Polyneuropathie führen. Die Nerven in den Armen und Beinen sowie in Organen werden durch die chronische Blutzuckererhöhung geschädigt. Wissenschaftler vom Joslin Diabetes Center in Boston, USA, sind jetzt der Frage nachgegangen, ob sich dauerhaft erhöhte Glukosewerte auch auf das Gehirn und die Gehirnleistung auswirken.
In ihrer Studie untersuchten Alan M. Jacobson und sein Team Personen mit einem langjährig bestehenden Typ 1 Diabetes. Die Teilnehmer waren zwischen 25 und 40 Jahre alt. Die Diabetesdauer lag zwischen 15 und 25 Jahren. Ausgeprägte diabetische Folgeerkrankungen lagen noch nicht vor. Bei allen Probanden wurde eine sogenannte Voxel-basierte Morphometrie (VBM) durchgeführt: Es handelt sich hierbei um eine neue Untersuchungstechnik, bei der Bilder des Gehirns mit einer speziellen Software analysiert und Gehirnstrukturen dreidimensional dargestellt werden. Bei diesem Verfahren lassen sich auch kleinere Veränderungen der Gehirnstruktur erkennen und die Gehirne anderer Personen untereinander vergleichen. Dafür wurden gleichaltrige Kontrollpersonen ohne Diabetes herangezogen.
Die Teilnehmer mit langjährigem Typ 1 Diabetes zeigten eine verminderte Dichte der grauen Hirnsubstanz gegenüber den Altersgenossen ohne Diabetes. Diese Veränderungen waren besonders ausgeprägt in den Hirnbereichen, die für Aufmerksamkeit, Sprachverarbeitung und Gedächtnis zuständig sind. Spezielle Tests zur geistigen Leistungsfähigkeit bestätigten die Defizite. Am schlechtesten schnitten hierbei Typ 1 Diabetiker mit besonders mit hohen HbA1c-Werten ab.
Quelle: Musen G, Lyoo IK, Sparks CR et al. Effects of type 1 diabetes on gray matter density as measured by voxel-based morphometry. Diabetes 2006; 55: 326-333
Schützt ein früh entstandener Diabetes- Typ 1 vor Nierenversagen?
Die Schädigung der Niere und das Nierenversagen ist eine der gefürchteten Folgen des Diabetes. Die als diabetische Nephropathie bezeichnete Nierenschädigung tritt meist nach einer jahrelang bestehenden Zuckerkrankheit auf. Sie ist umso wahrscheinlicher, je höher die Blutzuckerwerte und Blutdruckwerte in der Vergangenheit waren.
Wissenschaftler aus Schweden haben vor kurzem bei 12.032 Kindern mit einem Typ 1 Diabetes untersucht, ob das Diabetes-Erkrankungsalter einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit für ein späteres Nierenversagen hat. Hierfür analysierte die Arbeitsgruppe um Maria Svensson von der Universität Umea Daten aus zwei nationalen schwedischen Registern. In diesen war die Krankengeschichte der Kinder über einen Zeitraum von bis zu 27 Jahren dokumentiert. Das Ergebnis zeigte, dass im Mittel bei 7 von 1.000 Typ 1 Diabetikern (0,7 %) ein Nierenversagen in Folge einer diabetischen Nephropathie aufgetreten war. Die Diabetesdauer betrug dabei mehr als 15 Jahre. Überraschend war dabei, dass bei Patienten die bereits sehr früh - das heißt in den ersten fünf Lebensjahren - einen Typ 1 Diabetes entwickelt hatten, kein einziger Fall von einem Nierenversagen betroffen war, trotz der langen Diabetesdauer. Bei einer Diabetes-Entstehung zwischen dem 5. und dem 9. bzw. zwischen dem 10. und dem 14. Lebensjahr hingegen, trat eine dialysepflichtige Nephropathie hingegen deutlich häufiger auf (p = 0.03 bzw. p = 0.001). Die Gründe hierfür sind bisher unklar. Unter anderem wird vermutet, dass hormonelle Veränderungen bei einer Typ 1 Diabetes-Manifestation in späteren Jahren (5- bis 14-Jährige), das Risiko für frühzeitige Komplikationen erhöhen.
Birgit Adam, Diabetesberaterin DDG, Diabeteszentrum Heidelberg e. V. |