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Sauna bei Diabetes?

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Was ist möglich?

Dr. med. Gerhard-W. Schmeisl, Diabetes-Zentrum "Fürstenhof"


Sauna - dieses finnische Wort ist zum Synonym für Entspannung vom Alltagsstress geworden. Durch die Abhärtung des Körpers führt der Saunabesuch zu einer verbesserten Abwehrmöglichkeit gegenüber Infektionen, verschönert die Haut, steigert allgemein die Kondition und optimiert nebenbei das allgemeine Körper- und Lebensgefühl.

Was passiert eigentlich beim Saunen? Die menschliche Wärmeregulierung funktioniert automatisch so, dass die Körperkerntemperatur stets bei 37 Grad gehalten wird. Der Körper versucht bei einer hohen Umgebungstemperatur ein Ansteigen der Kerntemperatur zu verhindern.

Während des Saunabades ändert sich die Temperatur der Haut schneller und anders als die Körperinnentemperatur: die Hauttemperatur erhöht sich von etwa 32 Grad auf fast 42 Grad, wobei sich die Körperinnentemperatur nur um etwa ein Grad bis max. zwei Grad erhöht. Durch die Schweißproduktion aus zwei Millionen Schweißdrüsen versucht der Körper, überschüssige Temperaturgrade loszuwerden und die einstrahlende Hitze über den Verdunstungskühleffekt zu mindern.

Das anschließende Abkühlen der Haut dient dazu, den ursprünglichen Zustand sowohl der Haut als auch des Kreislaufs wieder zu erreichen.

In diesem Zusammenhang gilt insbesondere für Diabetiker mit Herz-Kreislauf-Problemen, aber auch mit Augenveränderungen (Netzhautschäden), dass ein Kalt-Wasser-Bad nicht sehr empfehlenswert ist, denn dabei kann der Blutdruck extrem ansteigen.

Tipps für Diabetiker in der Sauna:

Möglichst nicht mit vollem Magen, aber auch nicht nüchtern in die Sauna gehen
Vorher Blutzucker testen - er sollte über 110 mg/dl (6 mmol/l) liegen - eventuell auch zwischen den Gängen und danach testen
Unmittelbar vor dem Saunagang möglichst kein Insulin injizieren (schnelle Insulinwirkung bei Wärme)
Nach dem Duschen vor dem Saunagang unbedingt abtrocknen - die Füße sollten warm sein
Eher kurz und heiß saunen als lang und lauwarm - meist 8 bis 12 Minuten pro Gang - zwei bis drei Gänge insgesamt - bitte kein falscher Ehrgeiz!
Nach jedem Saunagang abkühlen (erst an der frischen Luft, dann kalte Güsse/Schlauch) - danach etwa 15 bis 30 Minuten Ruhe - unbedingt auf warme Füße achten
Nach und während der Saunagänge möglichst keinen Alkohol - stattdessen Säfte oder Mineralwasser - Hautpflege - Ausruhen

Sinnvoller ist das Abkühlen mittels eines Kalt-Wasser-Schlauches von den Extremitäten her zum Herz hin mit anschließender Ruhe.

Wird die Sauna richtig angewendet, kommt es in der Regel zu einer Steigerung der Herzfrequenz um etwa 50 Prozent bei gleichzeitiger Steigerung der Durchblutung auf das Doppelte. Durch die Hitze werden die arteriellen Blutgefäße stark erweitert und trotz der erhöhten Herzfrequenz und der damit größeren Blutfördermenge sinkt so der Blutdruck in der Regel insgesamt eher ein wenig.

Für Patienten mit Diabetes hat die Sauna jedoch, wird sie nicht richtig durchgeführt, einige Tücken. Dies hat insbesondere mit der stärkeren Durchblutung der Haut und der Herz-Kreislauf-Wirksamkeit zu tun.

Wenn Sie vor dem Saunagang Insulin gespritzt haben, kann es aufgrund der besseren Hautdurchblutung zu einer deutlich rascheren Insulinwirkung kommen. Andererseits kann die Ausschüttung von Stresshormonen während der Sauna zu einem Anstieg des Blutzuckers führen. Deshalb sollte vor dem Saunagang, und möglicherweise auch zwischen den Gängen und danach, der Blutzucker unbedingt gemessen werden und der Blutdruck sollte stabil eingestellt sein. Saunieren Sie wenn möglich nicht alleine oder ohne entsprechende Sicherheitsmaßnahmen.

Grundsätzlich ist auch für Menschen mit Diabetes ein Saunabesuch möglich und sinnvoll, wenn die zuvor besprochenen Sicherheitsmaßnahmen im eigenen Interesse beachtet werden. Bei eventuellen Unklarheiten, insbesondere was Ihren gesundheitlichen Zustand angeht, sollten Sie vorher aber unbedingt mit Ihrem behandelnden Hausarzt oder Diabetologen sprechen.

Kontakt


Chefarzt Dr. med. Gerhard-W. Schmeisl
Internist, Angiologie, Diabetologe DDG
Diabetes-Zentrum "Fürstenhof"
Bismarckstrasse 6, 97688 Bad Kissingen
Telefon 0971 8028-0
E-Mail: dz.fuerstenhof@t-online.de



Diabeteszentrum Heidelberg e.V., Oktober 2004


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