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Ist Diabetes vermeidbar?

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Ein Bericht aus Sicht der Wissenschaft

Dr. Bernd Thölke, LifeScan, erschienen im Magazin "Zucker" 02/2004

Forscher gehen davon aus, dass die Anzahl der Menschen, die an Diabetes erkrankt ist, bis zum Jahre 2025 weiter stark ansteigen wird. Dabei wird ein Großteil dieses Anstiegs auf die Entwicklungsländer entfallen, die kaum Mittel zur Bekämpfung von Diabetes aufbringen können. Die Forschung der vergangenen Jahre hat sich deshalb vor allem auf die Vermeidung von Diabetes konzentriert.

Um Typ 2-Diabetes zu vermeiden oder den Ausbruch der Krankheit zumindest zu verzögern, müssen im ersten Schritt diejenigen Menschen identifiziert werden, die ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben. Hierzu zählen nicht nur übergewichtige Patienten oder Frauen, die schon einmal einen Schwangerschaftsdiabetes hatten, sondern vor allem Patienten mit gestörter Glukosetoleranz. Patienten mit einer gestörten Glukosetoleranz und Menschen mit Diabetes reagieren auf die Aufnahme von Glukose mit einem auffälligen Ansteigen des Blutzuckerspiegels. Die Höhe dieses Anstiegs ist bei den Patienten mit einer gestörten Glukosetoleranz nicht ganz so hoch wie bei Menschen mit Diabetes, aber eben höher als bei gesunden Patienten.

Im Rahmen der finnischen DPS-Studie (Diabetes Prevention Study) aus dem Jahre 2000 wurden zirka 500 Personen beobachtet, die aufgrund einer gestörten Glukosetoleranz ein erhöhtes Risiko hatten, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. In dieser Studie wurden eine Reihe von Behandlungszielen festgelegt:


Gewichtsabnahme um fünf Prozent bei Übergewicht
Reduktion des Fettanteils am gesamten Brennwert der Nahrung auf 30 Prozent oder weniger
Reduktion des Fettanteils der gesättigten Fette auf 10 Prozent oder weniger bezogen auf den gesamten Brennwert
Hoher Anteil von Obst, Gemüse und Ceralien in der Nahrung
Mindestens 30 Minuten körperliche Bewegung am Tag


Nicht alle Patienten erreichten sämtliche Behandlungsziele. Bei denjenigen Personen, die alle Behandlungsziele erreichten, konnte bei keinem der Patienten am Ende der Studie ein Diabetes diagnostiziert werden. Die Patienten, die jedoch keines der Behandlungsziele erreicht haben, sind zu 33 Prozent an Diabetes erkrankt. Betrachtet man alle untersuchten Patienten, so lässt sich eine Risikominimierung von 58 Prozent gegenüber einer Vergleichsgruppe von Patienten feststellen, die nicht an der Studie teilgenommen haben.



Diabeteszentrum Heidelberg e.V., November 2004


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