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Patienten-Informationen
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Funktionelle Lebensmittel |

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Amankaja Siegel, Diabetesassistentin DDG, St. Josefskrankenhaus Heidelberg
Momentan gibt es für den Begriff "funktionelle Lebensmittel" keine international einheitliche Definition. Im allgemeinen versteht man darunter Lebensmittel, die neben ihrer Ernährungsfunktion (den Körper mit Nährstoffen wie Eiweiß, Fett oder Kohlenhydraten oder Mineralstoffen wie z. B. Calcium oder Magnesium zu versorgen) eine zusätzliche gesundheitsfördernde Eigenschaft aufweisen wie z. B. das Risiko ernährungsabhängiger Krankheiten zu senken oder die Abwehrkräfte des Körpers gegen Krankheitserreger zu stärken.
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Welche funktionellen Lebensmittel gibt es in Deutschland? |

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Funktionelle Lebensmittel lassen sich in mehrere Gruppen unterteilen:
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Probiotika:
spezielle Bakterienkulturen, die einen positiven Einfluss auf die Darmflora ausüben sollen (Lactobacillus casei, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus bifidus u. a.), z. B. Joghurt, Quark, Käse, Fruchtsäfte, Müsli
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Präbiotika:
bestimmte Arten von Ballaststoffen, mit denen das Überleben der probiotischen Bakterien im Darm verbessert werden soll (Inulin, Oligofruktose), z. B. Joghurt, Müsli
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Antioxidantien:
sie sollen die schädigende Wirkung von freien Radikalen mindern, z. B. ACE- Getränke, besondere Gemüsemischungen
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Omega-3- Fettsäuren:
sie sollen vor Herz- Kreislauferkrankungen schützen, z. B. Eier, Erfrischungsgetränke, Brot
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Sekundäre Pflanzenstoffe:
sie sollen Herz- Kreislauferkrankungen vorbeugen oder den Cholesterinspiegel senken (Phytosterine), z. B. Margarine, Milchprodukte
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Welche Wirkung haben Pro- und Präbiotische Lebensmittel? |

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Pro- und Präbiotische Substanzen werden oft zusammen in Lebensmitteln eingesetzt, da sie sich in ihrer Wirkung ergänzen. Durch den regelmäßigen Verzehr dieser Lebensmittel soll das Immunsystem gestärkt und Durchfallerkrankungen vorgebeugt oder der Verlauf abgemildert werden.
Um eine positive Wirkung auf die Darmflora zu erreichen, ist - nach Expertenmeinung - eine Aufnahme von 100 Mill. bis 1 Milliarde probiotischer Bakterien erforderlich. Dafür muß ein Gramm eines probiotischen Lebensmittels mindestens 1, besser 3-10 Mill. lebende Keime enthalten.
In einigen Ländern ist daher eine entsprechende Mindestkeimzahl gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland gibt es bisher keine entsprechende Regelung.
Untersuchungen der Stiftung Warentest haben ergeben, daß frisch gekaufte Produkte ausreichend hohe Zahlen an probiotischen Bakterien enthielten. Mit Ablauf der Mindesthaltbarkeit verminderte sich die Keimzahl zum Teil recht deutlich, besonders empfindlich war Lactobacillus bifidus.
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Zusammenfassung:
Milch- und Milchprodukte sind wichtige Bestandteile einer vollwertigen Ernährung. Da auch herkömmliche Produkte bei regelmäßigem Verzehr eine positive Wirkung auf die Darmflora haben, ist der besondere Nutzen probiotischer Produkte schwer zu beurteilen.
Bei einer Schädigung der Darmflora durch Infektionen oder eine medizinische Therapie kann der Einsatz sinnvoll sein.
Für Produkte wie Müsli u. ä. mit Zusatz von Präbiotika ist die Wirksamkeit zum jetzigen Zeitpunkt nicht belegt. |
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Welche Wirkung haben Antioxidantien? |

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Antioxidantien sollen negativen Veränderungsprozessen (Oxidationsprozessen) entgegen wirken, die durch sog. Freie Radikale ausgelöst werden. Freie Radikale kommen überall im Körper vor und sind sehr reaktionsfreudig, d. h. sie gehen leicht Verbindungen mit anderen Stoffen ein und verändern sie dadurch.
Vermutlich sind Freie Radikale an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tumor-Erkrankungen und bestimmten Augenerkrankungen (grauer Star) mit beteiligt.
Für den Schutz vor Freien Radikalen spielen die Vitamine C und E sowie verschiedene Pflanzenstoffe wie Carotinoide und Flavonoide eine große Rolle. Eine Ernährung, die reichlich Obst und Gemüse enthält, ist also auch reich an Antioxidantien - empfohlen werden je 2-3 Portionen Obst und Gemüse/Salat täglich.
Zusätzlich stehen seit einiger Zeit sogenannte ACE-Getränke zur Verfügung (A steht für beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A). Diese Getränke bestehen hauptsächlich aus Möhren- und Orangensaft und werden mit den Vitaminen beta-Carotin, C und E angereichert.
Häufig ist der Gehalt an antioxidativen Stoffen so hoch, daß bereits mit 1-2 Gläsern der Tagesbedarf gedeckt ist.
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Zusammenfassung:
ACE-Getränke sind unter ernährungsphysiologischen Aspekten nicht ganz unproblematisch. Je nach zugeführter Menge können die Zufuhrempfehlungen für die entsprechenden Vitamine deutlich überschritten werden.
Da nachteilige Auswirkungen nicht auszuschließen sind, gibt es jetzt Überlegungen, für die tägliche Zufuhr von beta-Carotin eine Obergrenze von 10 mg festzulegen. Da auch natürliche Lebensmittel wie Orangensaft, Johannisbeernektar und Traubensaft reichlich Antioxidantien enthalten, sind ACE-Getränke nicht unbedingt notwendig. |
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Welche Wirkung haben Omega-3-Fettsäuren? |

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Die wichtigsten Omega-3-Fettsäuren sind Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA), die hauptsächlich in Kaltwasserfischen wie Lachs, Hering und Makrele vorkommen und alpha-Linolensäure, die in Rapsöl, Sojaöl und Leinöl zu finden ist.
Sie sind wichtige Bestandteile von Botenstoffen und können die Fließeigenschaften des Blutes verbessern sowie Gefäßerkrankungen vorbeugen. Empfohlen wird eine tägliche Zufuhr von 1-1,5 g alpha-Linolensäure oder 0,3-0,4 g DHA/ EPA.
Diese Empfehlungen werden meist nicht erreicht, da der Verzehr von Fisch in Deutschland nach wie vor relativ niedrig ist.
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Zusammenfassung:
Eine höhere Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren wäre sicher empfehlenswert. Dies kann jedoch auch über regelmäßige Fischmahlzeiten (1-2 Mal pro Woche) erreicht werden sowie über Verwendung von Raps- oder Sojaöl.
Diese natürlichen Lebensmittel enthalten zusätzlich ausreichend Vitamin E. Dies ist notwendig, um die Fettsäuren vor Oxidationsprozessen zu schützen. Werden die Fettsäuren isoliert, sind sie auf Grund ihres Aufbaues sehr empfindlich für Oxidationsprozesse, bei denen wiederum Radikale gebildet werden können. |
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Welche Wirkung haben Phytosterine? |

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Phytosterine (sog. Sekundäre Pflanzenstoffe) sind pflanzliche Fette. Sie sind im Aufbau mit tierischem Cholesterin zu vergleichen, ihre Wirkung ist aber entgegengesetzt - sie wirken cholesterinsenkend.
Eine weitere positive Eigenschaft von Phytosterinen ist, dass sie Freie Radikale unschädlich machen können. Damit sind sie wirksame Schutzfaktoren gegen Herzkreislauf- und Tumorerkrankungen.
Phytosterine kommen in der Natur hauptsächlich in Nüssen, Getreidekeimen, Sonnenblumenkernen, Avocado und Soja vor. Eine gemischte Kost enthält ca. 0,5 g Phytosterine.
Seit einiger Zeit werden Phytosterine auch Margarine und Milchprodukten zugesetzt. Die Margarine "Becel pro-aktiv" enthält 7,5 g pro 100 g.
Da Phytosterine den beta-Carotinspiegel im Blut absenken, wird empfohlen, nicht mehr als max. 3 g pro Tag zu verzehren und durch eine zusätzliche Portion Obst oder Gemüse (gut geeignet sind Möhren, Paprika, Tomaten, Kürbis, Aprikosen und dunkelgrüne Gemüse) den beta-Carotinverlust auszugleichen.
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Zusammenfassung:
Phytosterinreiche Lebensmittel haben neben dem positiven cholesterinsenkenden Effekt auch nachteilige Auswirkungen und die empfohlene Höchstmenge kann mit Streichfett und Milchprodukten schnell erreicht werden.
Daher sollten die Produkte nicht über einen längeren Zeitraum in großen Mengen verzehrt werden. |
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Diabeteszentrum Heidelberg e.V., Februar 2005
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