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Patienten-Informationen
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Rauchen und diabetische Nephropathie |

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Prof. C. Hasslacher, St. Josefskrankenhaus Heidelberg
Es gibt viele gute Gründe, die gegen das Rauchen sprechen - für den Diabetiker gibt es aber noch einige gute Gründe mehr als für alle anderen: Er riskiert nämlich nicht nur Lungenkrebs.
Die Wahrscheinlichkeit als Diabetiker, der raucht, Durchblutungsstörungen der Beine (ein sogenanntes "Raucherbein") oder des Herzens (etwa einen Infarkt) zu bekommen, liegt um etwa das Zwei- bis Dreifache höher als bei Rauchern, die keinen Diabetes haben. Seit den 80iger Jahren weiß man zudem, dass Rauchen nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Blutgefäße und hier besonders die der Niere schädigt.
In Untersuchungsreihen an Tausenden von Teilnehmern hat sich gezeigt, dass Raucher häufiger eine Mikro- oder Makroalbuminurie als Zeichen einer Nierenschädigung entwickeln als Nichtraucher - selbst dann, wenn sie keinen Diabetes haben.
Bei Diabetikern ist dieser Zusammenhang noch deutlicher: In einer Studie mit 800 Typ 2-Diabetikern bekamen innerhalb der 4-jährigen Beobachtungsperiode mehr als zweimal so viele Raucher eine Makroalbuminurie wie Nichtraucher!
Dabei bestand ein eindeutiger Zusammenhang zur Zahl der gerauchten Zigaretten: Die stärksten Raucher waren auch am meisten gefährdet, eine diabetische Nephropathie zu entwickeln. Aber nicht nur das Auftreten der Nierenschäden, auch ihre Verschlimmerung wird durch das Rauchen gefördert.
Die Gründe, warum das Zigarettenrauchen so ungünstig für die Niere ist, sind nicht genau bekannt. Wir wissen jedoch, dass der Blutdruck beim Rauchen ansteigt, darüber hinaus werden noch eine Vielzahl weiterer ungünstiger Effekte etwa auf die Gefäßwände diskutiert.
Eine Motivation, mit dem Rauchen aufzuhören oder es zumindest zu vermindern, können die positiven Befunde bei Ex-Rauchern sein: Wer das Rauchen einstellt, dessen Nephropathierisiko sinkt wieder.
Es ist aber nicht nur das Risiko der Nephropathie, das nach Aufgabe des Rauchens wieder abnimmt, sondern besonders auch das Risiko für andere Gefäßkomplikationen. Es ist aus zahlreichen Untersuchungen bekannt, daß Patienten mit Hochdruck - und Diabetiker mit Nephropathie gehören fast alle dazu - ihr Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall um fast die Hälfte vermindern, wenn sie aufhören zu rauchen! Solche Erfolge sind kaum durch eine medikamentöse Therapie zu erreichen!
Alle wissen, daß es unwahrscheinlich schwer ist, sich das Rauchen abzugewöhnen! Aber man sollte es auf jeden Fall versuchen, da der gesundheitliche Gewinn immens ist.
Heute werden zahlreiche Hilfen zur Raucherentwöhnung angeboten: Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis als Unterstützung in den ersten Wochen, Raucherentwöhnungsprogramme, die meist in der Gruppe von Fachleuten durchgeführt werden, und Entspannungsübungen, die helfen können, abstinent zu bleiben.
Einen ernsthaften Versuch sollte es auf jeden Fall Wert sein! Schlägt er fehl, sollte man sich auch nicht gleich entmutigen lassen. Die meisten Ex-Raucher haben im Schnitt mindestens drei Entwöhnungsversuche gebraucht, um es zu schaffen.
Wichtige Adressen:
Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung
Ostheimer Straße 200, 51109 Köln
Tel 0221 892031 Telefonberatung rauchfrei
Internet: www.bzga.de
Rauchertelefon des DKFZ
Tel 06221 424200
Internet: www.dkfz.de/rauchertelefon
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Diabeteszentrum Heidelberg e.V., November 2003
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